Übung: Erfüllung finden in der Arbeit

Mit dieser Übung reflektierst du, welche Bedürfnisse du mit deiner Arbeit erfüllen möchtest. Viele Menschen engagieren sich neben ihrer hauptberuflichen Beschäftigung ehrenamtlich oder haben einen Nebenjob. Oder sie pflegen Angehörige, kümmern sich um den Haushalt oder unterstützen Bedürftige. All dies tun wir, um Bedürfnisse wie zum Beispiel Wertschätzung, Gemeinschaft, Kreativität oder Freude zu erfüllen. Und natürlich benötigen die meisten von uns auch ein Einkommen, um Miete, Nahrung und Erholung zu finanzieren.

Allzu oft geraten diese Bedürfnisse jedoch aus der Balance und wir empfinden zum Beispiel Stress, Angst, Anspannung oder Langeweile. Kurzfristig ist dies nicht schlimm, doch wer sich die dahinterstehenden Bedürfnisse dauerhaft nicht erfüllt, sei eingeladen, die folgende Übung zu machen.

Anleitung

Suche einen Raum in dem du etwas Zeit für dich verbringen kannst, etwa 15-30 Minuten. Du brauchst außerdem einen Stift und etwas Papier.

1) Wie geht es mir bei meiner aktuellen Arbeit?

Horche in dich hinein, wie du dich aktuell bei deiner Arbeit fühlst – wenn du gerade nicht bei der Arbeit bist, stelle es dir vor. Schreibe 2-3 positive und 2-3 negative Gefühle auf.

2) Wie geht es mir bei meiner Wunsch-Arbeit?

Stelle dir nun vor, es ist ein Wunder geschehen und du bist an deinem idealen Arbeitsplatz. Alles ist so wie du es dir wünschst, die Umgebung, der Ort, die Kolleg*innen. Welche Gefühle stellen sich für dich ein? Lasse dir etwas Zeit, bist du spüren kannst, was du in dieser Traumwelt fühlst. Und schreibe dann erneut 2-3 positive und 2-3 negative Gefühle auf.

Bedürfnisse und zugehörige Gefühle

BedürfnisMögliche Gefühle, wenn Bedürfnis nicht erfüllt istMögliche Gefühle, wenn Bedürfnis erfüllt ist
Autonomieentmutigt, lustlosklar, kraftvoll, unternehmungslustig
Verbundenheiteinsam, feindselig, wütenddankbar, mutig, belebt
Selbstbestimmungentmutigt, lustlos, verstört, unbeteiligt, müdefrei, gelassen
Freudetraurig, entmutigtmunter, neugierig, heiter, froh
Geborgenheitängstlich, einsamgelassen, behaglich
Wertschätzungeinsam, frustriet, unbeteiligtmutig, berührt, dankbar
Sinnunzufrieden, skeptisch, müdeneugierig, mutig
Ruheangespannt, nervös, gestresst, erschöpftgelassen, ruhig, still, wach

Die Auswahl ist exemplarisch, und dient als Inspiration für die folgenden zwei Fragen.

  • Welche Bedürfnisse erfüllt meine Arbeit?
  • Welche Bedürfnisse erfüllt meine Vergütung?

3) Wie erfülle ich meine Bedürfnisse

Nicht jeder Beruf kann alle deine Bedürfnisse erfüllen. Dein ehrenamtliches Engagement gibt dir möglicherweise viel Sinn, aber keine oder kaum Vergütung. Daher empfiehlt es sich, eine Tabelle zu machen für die anderen Aktivitäten in deinem Leben, mit denen du deine Bedürfnisse erfüllst, zum Beispiel Sport oder Partnerschaft.

BedürfnisBerufNebentätigkeitPartnerschaftHobby
Autonomiexx
Integritätxx
Spielxx
Existenzx
Interdependenz / Verbundenheitxx
Feiernx

Tipps

  • sprich mit deinen Mitmenschen darüber, wie sie dich dabei unterstützen können, deine Bedürfnisse besser zu erfüllen. Wenn du beispielsweise oftmals gestresst bist, kannst du vielleicht durch einen anderen Umgang mit deiner Arbeit mehr Ruhe und Gelassenheit finden.
  • die Beispiele oben dienen nur als Anregung. Vielleicht findest du einen anderen Zugang dazu, deine Bedürfnisse festzustellen.
  • Verlange nicht zu viel von einer einzelnen Aktivität – natürlich gibt es für manche von uns den perfekten Job oder die perfekte Partnerschaft. Doch wir können unsere verschiedenen Bedürfnisse auch mit einer Kombination von Tätigkeiten erfüllen. Welche das ist, darfst du selbst herausfinden.

Viel Erfolg!